Bemerkungen zu wissenschaftlichen Artikeln, die in der DDR geschrieben wurden

Um als aktuelles wissenschaftlicher Beitrag anerkannt und in Fachzeitschriften abgedruckt zu werden, waren folgende Bedingungen zu akzeptieren:

Die Darlegungen mussten sich auf Dokumente der SED und der Staatsführung beziehen und dies durch Zitate z.B. hoher Parteifunktionäre, durch Auszüge aus SED-Parteitagsdokumenten usw. belegen. Dadurch sollte die dem Sozialismus der DDR gemäße Denkrichtung gesichert und die parteiliche Wertung im Sinne der (revolutionären) Arbeiterklasse als Träger der Staatsideologie ausgedrückt werden.

Da auch auf wissenschaftlichem Gebiet die Führungsrolle der Sowjetunion zu belegen war, wurde jede Veröffentlichung daran gemessen, inwieweit die Verfasser sowjetische Literatur studiert und verinnerlicht hatten. Das führte oft zu formalen Teildarstellungen. Allerdings gab es gerade auf didaktischem, methodischem und allgemeinpädagogischem Gebiet beachtliche Leistungen sowjetischer Wissenschaftler und Praktiker, die auch in der Erziehungswissenschaft der DDR Anerkennung fanden und das Bildungswesen entscheidend voranbrachten. Hinzuweisen ist auf diesem Gebiet der hervorragende Beitrag, den Wissenschaftler der SU z.B. in der Erkenntnistheorie, bei der erkenntnisprozessgerechten Unterrichtsgestaltung und auf dem Gebiet des problemhaft gestalteten Unterrichts geleistet haben.