Berühmte Großenhainer: J. Hoffmann, Mirtzsch und Dr. G. W. Schubert

Berühmte Großenhainer. In Prag und Leipzig gelehrt und Bischof von Meißen. Heute: J. Hoffmann, Mirtzsch und Dr. G. W. Schuberth.

Einer, der es zu etwas gebracht hatte, war Johann Hoffmann. Bis zur Vertreibung der deutschen Lehrer und Studenten war er Professor an der Universität in Prag. 1409 geht er an die soeben gegründete Leipziger Universität. Etwa seit 1415 war er Probst von Hayn, und bis zu seinem Tode 1451 wirkte er als Bischof von Meißen.

Übrigens, was Karl Preusker (1786 bis 1871) angeht, so war er nicht nur der Schöpfer der Volksbibliothek. Seinem dreibändigen Werk „Blicke in die vaterländische Vorzeit“, erschienen von 1841 bis 1844 in Leipzig, verdanken wir viele Hinweise auf die Geschichte Großenhain.

Wer wäre da noch zu nennen?
Der Kaufmann Bodemer vielleicht. Und der Uhrmacher Johann George Fischer. Der Organist und Orgelbauer Johann Gottlieb Hermersdorf. Ebenso der Chronist Merian mit seiner stadtgeschichtlichen Beschreibung Großenhains von 1750. Aus späterer Zeit bietet sich Otto Mirtzsch mit seinem Werk „Historisch-Topografische Beschreibung der Amtsmannschaft Großenhain“ (Dresden 1935) an.

Ist es zu weit ausgeholt, den berühmten Adam Friedrich Zürner (geboren 1679) zu nennen, der im Auftrage Augusts des Starken mit einem von ihm konstruierten „Geometrischen Wagen“ durch Sachsen fuhr, dessen Straßen vermaß und so das Aufstellen der Distanzsäulen ermöglichte? In 20 Jahren verbrachte er 35.000 Stunden im Messwagen und legte dabei 18.000 Meilen zurück. Allerdings: Ein „richtiger“ Großenhainer ist er nicht. Er lebte von 1703 bis 1722 im nahen Skassa. Dort hat man ihm anlässlich seines 250. Todestages am 18. Dezember 1992 ein Denkmal gesetzt.

Wie einen heiligen Gegenstand hütet manch älterer Großenhainer die von Dr. Gustav Wilhelm Schuberth 1887 bis 1892 erarbeitete „Chronik der Stadt Großenhain vom Jahre 1088 bis auf die Gegenwart“. Für viele Kenner der Großenhainer Geschichte ist er der Chronist schlechthin. Er – nunmehr mit Professorentitel – wollte auch den Schulkindern die Kenntnis ihrer Heimatgeschichte vermitteln. Z. B. mit seinem 43-Seiten- Werk „Kurze Geschichte der Stadt Großenhain in Sachsen“ (Druck und Verlag von H. Starke, Großenhain). Schuberth lebte von 1850 bis 1922. Lange vor ihm hatte sich schon Sebastian Mann (1638 bis 1675) um die Hayner Geschichte bemüht.

(erschienen am 20./21. September 1997 in der Sächsischen Zeitung, Reihe: Berühmte Großenhainer)