Archiv der Kategorie: Publikationen

Der verschwundene Parteisekretär

Ein Ex-Großenhainer und die deutsche Nachkriegsgeschichte

Robert Bialek erlangte deutschlandweite Berühmtheit.

Im Westen machte er noch zu Lebzeiten Schlagzeilen. Die Öffentlichkeit im Osten wurde erst nach der Wende mit den Geschehnissen um ihn vertraut.

Fernsehsender (ARD 1997 und ORB 1998) zeichneten sein Leben in einem Dokumentarfilm von Freya Klier nach. Der Deutschlandfunk hatte bereits 1994 mit einem Feature reagiert. Sein Schicksal war Teil eines Forschungsprojekts über das Wirken der Stasi; die Autoren Herms und Noack steuerten ein Kapitel zum steilen Aufstieg und dem tiefen „Fall des Robert Bialek“ bei. Die bundesweite Veröffentlichung des Forschungsberichts im Dezember 1997 zwang manchen Bürger unseres vereinigten Vaterlandes dazu, die Stadt Großenhain im Atlas aufzuspüren. Robert Bialek war nur Großenhainer auf Zeit, hier begann ein neuer Abschnitt in seinem Leben. Seine spektakuläre Entführung am 04.02.1956 aus Westberlin durch die Staatssicherheit der DDR hob sein Schicksal aus der großen Anzahl von Flüchtlingen in den Westen heraus und beschäftigte in der Folgezeit Literaten, Wissenschaftler und Journalisten.

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Wie der Großenhainer Friedrich Geyer Bismarck besiegte

Schon zu seinen Lebzeiten waren die Deutschen geteilter Meinung über ihn: Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen, preußischer Ministerpräsident und deutscher Reichskanzler. Die einen hielten ihn für einen genialen Außenpolitiker, den verdienstvollen Schöpfer des deutschen Kaiserreichs und des deutschen Nationalstaates von 1871, den Förderer der Industrialisierung und des Kapitalismus, der für dieses Ergebnis die deutschen Staaten in drei Kriege trieb. Andere sahen in ihm den Ränkeschmied, der Kräfte und Mächte gegeneinander ausspielte, der innenpolitische Probleme mit außenpolitischen Aktivitäten überdeckte und der schon 1848 als erzkonservativer Monarchist in wildem Fanatismus die Revolutionäre verurteilte.

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1849 blickten deutsche Frauen auf Großenhain

Es waren Frauen, die in verschiedenen geschichtlichen Zeitabschnitten durch ihr Wirken oder ihre Herkunft das Städtchen Großenhain ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückten.

In der Gegenwart verbindet man sachsenweit den Namen der Großenhainerin Brigitte Zschoche mit politischem Engagement. Die Autorin Gisela Weber (geb. Starke) beschreibt ihre Kindes- und Jugenderlebnisse nach 1945 im Roman. Sportliche Erfolge machten die Seniorensportlerin Ursula Förster und ihre Heimat im Jahre 1997 bis nach Südafrika bekannt. Die meisten deutschen Film- und Fernsehzuschauer kennen die Schauspielerin Corinna Harfouch. In der DDR sorgte die Schlagersängerin Chris Doerk dafür, daß mancher Fan ihren Lebenslauf bis in unsere Stadt zurückverfolgte. Weiterlesen

Auf Spurensuche – Gymnasiasten sammelten Alltagsgeschichten und verfassen ein Lesebuch

Sächsische Zeitung vom 25. März 2002, geschrieben von Matthias Fischer

Nicht für jeden Schüler ist der Geschichtsunterricht in der Schule das Lieblingsfach. Oft stehen die Ereignisse der letzten Jahrzehnte allgemein und trocken in den Büchern und Alltagsgeschichten von einzelnen Personen haben da oft keinen Platz. Um diesen Nachteil der Geschichtsbücher zu umgehen, hatte Oberschulrat Rainer Grajek vom Großenhainer Werner-von-Siemens-Gymnasium eine tolle Idee. Vor drei Jahren animierte der Geschichtslehrer 41 Schüler aus den Klassen sechs bis zwölf, ein Geschichtslesebuch zu schreiben. Weiterlesen

Börsenfieber am Großenhainer Gymnasium

Wie die „Aktienhaie“ dem „DAX“ zu Leibe rückten

Sie reden von REX, von NEMAX 50 und TUBOS WARRANT. Auch von der „Volatilität“ (Schwankungsbreite) der Kurse. Zu ihren Favoriten gehören internationale Telekom- und Softwareaktien wie Nokia, Ericsson und SAP. Die zum belanglosen Gruß verkümmerte Frage „Wie stehen die Aktien?“ hat für sie ihre Bedeutung im Wortsinn zurückgewonnen. Sie spekulieren an der Börse, verzeichnen Gewinne und Verluste.

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Kranke Umwelt, kranker Mensch – Uranabbau im Erzgebirge

Bei der Durchsicht meines Privatarchivs stieß ich kürzlich auf die Handreichung zu dem 1995 erschienenen Film „Kranke Umwelt, kranker Mensch“, der sich mit dem Wirken der WISMUT befasst.

Als Ergebnis eines Gesprächs im Rahmen einer Lehrerfortbildung kam es damals zur Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Volker Koepp. Vorausgegangen war ein Gedankenaustausch zu den Themen WISMUT in der DDR und Bildungsfernsehen. Als Folge dieses Austauschs entstand meine Mitwirkung an den pädagogischen Empfehlungen dieses Filmes.

Das Thema ist noch immer aktuell, da die Sanierung der WISMUT-Halden bis über das Jahr 2020 hinaus geplant ist. Weiterlesen