Archiv der Kategorie: Riesa-Großenhain

Neben meinen Afrikastudien habe ich viele Jahre Artikel zur Regionalgeschichte veröffentlicht, vor allem solche, die im Zusammenhang mit gesamtdeutschen bzw. gesamteuropäischen Ereignissen und Entwicklungen stehen.

Berühmte Großenhainer: Carl Gottfried Theodor Chladenius

Wer könnte dem Gymnasium seinen Namen abgeben? Berühmte Großenhainer. Heute: Carl Gottfried Theodor Chladenius.

Die Reihe bedeutender Großenhainer Persönlichkeiten ließe sich fortsetzen. Natürlich muss genau bedacht werden, welcher Name für welches Objekt (zur Namensgebung – d. R.) geeignet ist, da sich mit dem jeweiligen Namen bestimmte didaktische Ziele verfolgen lassen. Das heißt für eine technische Einrichtung wäre der eines Erfinders, eines Forschers denkbar. Heute beherbergt die Stadt Großenhain eines der größten Gymnasien in Sachsen. Es hat einen riesigen Einzugsbereich. Und keinen einprägsamen Namen.

Berühmte Großenhainer: J. Hoffmann, Mirtzsch und Dr. G. W. Schubert

Berühmte Großenhainer. In Prag und Leipzig gelehrt und Bischof von Meißen. Heute: J. Hoffmann, Mirtzsch und Dr. G. W. Schuberth.

Einer, der es zu etwas gebracht hatte, war Johann Hoffmann. Bis zur Vertreibung der deutschen Lehrer und Studenten war er Professor an der Universität in Prag. 1409 geht er an die soeben gegründete Leipziger Universität. Etwa seit 1415 war er Probst von Hayn, und bis zu seinem Tode 1451 wirkte er als Bischof von Meißen.

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Berühmte Großenhainer: Johann Christian Barth

Sächsischer Bergrat erfand das Hayner Grün

Städte schmücken sich gern mit den Namen bekannter Persönlichkeiten, die in ihren Mauern gewirkt haben oder einfach nur da geboren sind. Besonders, wenn die so Geehrten die Stadt über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht haben oder sich in anderer Art Verdienste erwarben. Dann werden Institutionen, Vereine, Gebäude, Straßen und Plätze nach ihnen benannt. Das macht die Stadt interessant weckt die Neugier der Einwohner und Besucher. Es verführt manchen dazu, sich mit der regionalen Geschichte zu beschäftigen, es weist auf Traditionen hin und dient der Ausprägung der Heimatliebe und des Stolzes auf die Stadt. Das ist auch in Großenhain so.

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„Stell‘ dir vor, Du bist der Boss“. Gymnasium als Existenzgründer-Schule

Als der Schulleiter des Gymnasiums Klaus Liebtrau am Freitag [30. April 1999] die zwölften Klassen zur Abitur-Belehrung in die Aula der Außenstelle geladen hatte, wunderten sich schon alle über die Anwesenheit der örtlichen Presse. Denn bevor es ernst wurde, hatte der Schulleiter noch eine Überraschung. Er konnte 38 Gymnasiasten beglückwünschen – alle, die an dem Bundeswettbewerb „Stell‘ Dir vor, Du bist der Boß“ teilgenommen haben.

Das Bemühen um methodische Vielfalt im Unterricht ist nur dann sinnvoll und zweckmäßig, wenn es auf effektive Weise zur Erreichung der von den Lehrplänen vorgegebenen Wissens- und Könnensziele dient und in den Dienst der im Schulgesetz und in der Verfassung Sachsens zur Forderung erhobenen Ziele der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler genutzt werden kann.

Solche Überlegungen standen im Vordergrund bei der Planung eines Stoffkomplexes im Fach Gemeinschaftskunde der Kurse G2 und 4 der 12. Klassen des Gymnasiums Großenhain.

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Großenhain und Riesa im 19. Jahrhundert

Über die Zeiten hinweg schien alles festgelegt: Großenhain war Verwaltungszentrum, und Riesa ist ihm als Gerichtsamtsbezirk zugeordnet. Jedoch der industrielle Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellte die bisherigen Strukturen in Frage. Ein tragisches Ereignis aus dem Jahre 1875 machte das deutlich.

Der Gendarm Krebsky informierte am 19. April den Riesaer Stadtrat darüber, dass sich in der vorangegangenen Nacht der beim Bau der Riesaer Elbbrücke beschäftigte achtundzwanzigjährige Ingenieurassistent und Leutnant der Landwehr, Otto Donat, mit einem Revolverschuss „auf der alten abgebrochenen Elbbrücke“ getötet habe und in die Elbe gestürzt sei.

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Körner, Napoleon und die Goldene Kugel

Das Jahr 1813: Theodor Körner, Napoleon und die Goldene Kugel in Großenhain

Die Goldene Kugel am Großenhainer Hauptmarkt veranlasst gelegentlich Besucher und Einwohner der Stadt zu zweifelnden Fragen. Sie werden ausgelöst von einer Inschrift, die sich an dem schön restaurierten Haus befindet:

Theodor Körner
Freiheitsheld von 1813
geb. 23.9.1791     gef. 26.8.1813
Sein Vater gab aus der
Goldenen Kugel
den Tod seines Sohnes bekannt.

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Der verschwundene Parteisekretär

Ein Ex-Großenhainer und die deutsche Nachkriegsgeschichte

Robert Bialek erlangte deutschlandweite Berühmtheit.

Im Westen machte er noch zu Lebzeiten Schlagzeilen. Die Öffentlichkeit im Osten wurde erst nach der Wende mit den Geschehnissen um ihn vertraut.

Fernsehsender (ARD 1997 und ORB 1998) zeichneten sein Leben in einem Dokumentarfilm von Freya Klier nach. Der Deutschlandfunk hatte bereits 1994 mit einem Feature reagiert. Sein Schicksal war Teil eines Forschungsprojekts über das Wirken der Stasi; die Autoren Herms und Noack steuerten ein Kapitel zum steilen Aufstieg und dem tiefen „Fall des Robert Bialek“ bei. Die bundesweite Veröffentlichung des Forschungsberichts im Dezember 1997 zwang manchen Bürger unseres vereinigten Vaterlandes dazu, die Stadt Großenhain im Atlas aufzuspüren. Robert Bialek war nur Großenhainer auf Zeit, hier begann ein neuer Abschnitt in seinem Leben. Seine spektakuläre Entführung am 04.02.1956 aus Westberlin durch die Staatssicherheit der DDR hob sein Schicksal aus der großen Anzahl von Flüchtlingen in den Westen heraus und beschäftigte in der Folgezeit Literaten, Wissenschaftler und Journalisten.

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Wie der Großenhainer Friedrich Geyer Bismarck besiegte

Schon zu seinen Lebzeiten waren die Deutschen geteilter Meinung über ihn: Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen, preußischer Ministerpräsident und deutscher Reichskanzler. Die einen hielten ihn für einen genialen Außenpolitiker, den verdienstvollen Schöpfer des deutschen Kaiserreichs und des deutschen Nationalstaates von 1871, den Förderer der Industrialisierung und des Kapitalismus, der für dieses Ergebnis die deutschen Staaten in drei Kriege trieb. Andere sahen in ihm den Ränkeschmied, der Kräfte und Mächte gegeneinander ausspielte, der innenpolitische Probleme mit außenpolitischen Aktivitäten überdeckte und der schon 1848 als erzkonservativer Monarchist in wildem Fanatismus die Revolutionäre verurteilte.

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1849 blickten deutsche Frauen auf Großenhain

Es waren Frauen, die in verschiedenen geschichtlichen Zeitabschnitten durch ihr Wirken oder ihre Herkunft das Städtchen Großenhain ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückten.

In der Gegenwart verbindet man sachsenweit den Namen der Großenhainerin Brigitte Zschoche mit politischem Engagement. Die Autorin Gisela Weber (geb. Starke) beschreibt ihre Kindes- und Jugenderlebnisse nach 1945 im Roman. Sportliche Erfolge machten die Seniorensportlerin Ursula Förster und ihre Heimat im Jahre 1997 bis nach Südafrika bekannt. Die meisten deutschen Film- und Fernsehzuschauer kennen die Schauspielerin Corinna Harfouch. In der DDR sorgte die Schlagersängerin Chris Doerk dafür, daß mancher Fan ihren Lebenslauf bis in unsere Stadt zurückverfolgte. Weiterlesen

Auf Spurensuche – Gymnasiasten sammelten Alltagsgeschichten und verfassen ein Lesebuch

Sächsische Zeitung vom 25. März 2002, geschrieben von Matthias Fischer

Nicht für jeden Schüler ist der Geschichtsunterricht in der Schule das Lieblingsfach. Oft stehen die Ereignisse der letzten Jahrzehnte allgemein und trocken in den Büchern und Alltagsgeschichten von einzelnen Personen haben da oft keinen Platz. Um diesen Nachteil der Geschichtsbücher zu umgehen, hatte Oberschulrat Rainer Grajek vom Großenhainer Werner-von-Siemens-Gymnasium eine tolle Idee. Vor drei Jahren animierte der Geschichtslehrer 41 Schüler aus den Klassen sechs bis zwölf, ein Geschichtslesebuch zu schreiben. Weiterlesen