Entwicklungshelfer Rainer Grajek aus Riesa berichtet

Mitteldeutsche Zeitung Zeitz, 10. April 2006, von Karin Grossmann

Erlebt einst in Mosambik. 

Lesung in Zeitz: Entwicklungshelfer Rainer Grajek aus Riesa berichtet

Rainer Grajek … wagte 1981 mit seiner Frau Ute und Sohn Andreas eine Reise ins Ungewisse. In Mosambik, dem afrikanischen Land, in dem Bürgerkrieg herrschte, leistete der Pädagoge Entwicklungshilfe, half, das Schulsystem aufzubauen und Lehrer auszubilden. Über das, was er damals erlebte, hatte der Mann nach seiner Rückkehr 1986 ein Buch geschrieben. Das wurde zwar als hoch interessant eingestuft, eine Veröffentlichung aber „wegen Preisgabe von Insiderwissen“ zu DDR-Zeiten abgelehnt.

Im Oktober 2005 erschien es unter dem Titel „Berichte aus dem Morgengrauen“. Er habe es nicht umgeschrieben, sondern Seiten hinzugefügt, um die gravierenden Veränderungen in der Entwicklung jenes Landes aus heutiger Sicht zu schildern. Denn geblieben ist von dem, was er und so viele andere deutsche Pädagogen einst gegen das Analphabetismus in jenem Land taten, nichts.

Am Freitagabend stellte Grajek sein Buch in den Klinkerhallen in Zeitz vor. Doch er las nicht nur Passagen daraus vor. Sohn Andreas, der, wie auch Ehefrau Ute, an der Lesung teilnahm, zeigte Bilder, die ihn als zweijährigen Blondschopf zeigten und spielte Lieder ein, die es den Anwesenden ermöglichten, sich ein wenig in die Situation in Mosambik zu versetzen.

Einigen der 30 Zuhörern gingen Grajeks Schilderungen besonders nahe. Jenen Lehrern, die wie er einst in Mosambik Entwicklungshilfe leisteten. Dazu gehörten Dagmar Zimmermann und Bruno Nörenberg.