Kap Verde: das braune grüne Kap

Ein bisher scheinbar vergessenes afrikanisches Land rückt immer mehr in den Mittelpunkt touristischen Interesses. Es handelt sich um den Archipel Kap Verde, eine Inselgruppe aus 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind.

In meinem Vortrag gehe ich auf die Entstehung der Vulkane vor 100 Millionen Jahren ein und beschreibe die Entdeckung der Inseln im 15. Jahrhundert durch portugiesische Kolonisatoren.

Mit der Entstehung des portugiesischen Kolonialreichs entwickelten sich die Inseln zu einem Zentrum des Sklavenhandels von Afrika nach Brasilien. 1975 erlangte die Inselgruppe ihre Unabhängigkeit unter der Führung einer Befreiungsbewegung, an deren Spitz Amilcar Cabral stand.

Die Vulkaninseln unterlagen im Verlauf der Jahrtausende durch die Passatwinde einer fortwährenden Korrosion, sodass seit 1968 kein Feldbau mehr möglich ist und 90 % aller Lebensmittel importiert werden müssen. Trotzdem gelang es dem Kapverdischen Staat durch ökonomische Anstrengungen im „Index menschlicher Entwicklung“ der UNO von 2015 auf Platz 122 von 188 vorzurücken. Sie werden jetzt als ein Land mit „mittlerem Einkommen“ als zweites Land nach Botswana aufgeführt.

Der relative Wohlstand der Insel wird von den 520 000 Bewohnern erarbeitet, aber die 700 000 in der Diaspora lebenden Kapverdianer transferieren große Geldmengen jährlich in ihr Heimatland. Das hat dazu geführt, dass Kap Verde heute mit der höchsten Lebenserwartung seiner Bewohner in Afrika aufwarten kann.

Die Inseln zeigen sich heute mit unterschiedlichen Profilen, vor allem die Stadt Mindelo auf der Insel São Vicente ist bekannt durch ihre kulturelle Vielfalt, besonders aber als Zentrum einer eigenen Musikrichtung, die durch die Sängerin Cesária Évora weltweite Bekanntheit erlangte.

Der Vortrag entstand als Ergebnis zweier Besuche auf den Kapverdischen Inseln in den Jahren 2006 und 2017. Die Bilder zeigen unter anderem die Auswirkungen des letzten Ausbruchs des Vulkans auf der Insel Fogo von 2014, dessen drei Hauptströme zwei Ortschaften und weitere kleine Ansiedlungen zerstörten. Gezeigt werden auch die wichtigsten Arbeitsmöglichkeiten der Bevölkerung auf den Inseln, die sich heute auf den Fischfang sowie den zunehmenden Tourismus konzentrieren. Es spiegelt sich die Lebensfreude der Menschen sowie die karge Schönheit der unterschiedlichen Inseln wider.

Im ersten Band meines Buches „Kreuz und quer durch Afrika. Unterwegs auf dem schwarzen Kontinent“ ist den Kapverdischen Inseln ein umfangsreiches Kapitel gewidmet.

Einen Textauszug zur Geschichte und aktuellen Entwicklungen kann man hier lesen.