Mingelaba Myanmar

Das früher Burma genannte Land in Südostasien kann auf eine beinahe tausendjährige Geschichte zurückblicken. Es ist geprägt durch eine Bevölkerung, die aus 135 Ethnien besteht, deren größte die Birmanen (Bamar, 68%) sind. 90% der Menschen Myanmars sind Buddhisten. Mehr als 4 000 000 Heiligtümer bekunden die Existenz dieser Glaubensrichtung als Staatsreligion seit dem Jahr 1044.

Im 19. Jahrhundert eroberte Großbritannien das Königreich Birma und gliederte es an die Kolonie Britisch-Indien an. Zu seiner wechselvollen Geschichte gehört, dass es 1942 von Japan besetzt und verwüstet wurde und 1945 wieder an Großbritannien zurückfiel.

Seit 1948 ist es unabhängig. Durch die von 1962 – 2011 dauernde Militärherrschaft unter General Ne Win isolierte es sich außenpolitisch. Zu einer gewissen Öffnung des Landes nach außen kam es nach den Wahlen von 1990, als die „Liga für Demokratie“ (NDL) die meisten Mandate im Parlament erhielt und der jahrelange Hausarrest für die Parteivorsitzende Aung San Suu Kyi 2002 aufgehoben werden musste. Die Friedensnobelpreisträgerin steht jetzt an der Spitze der Regierung des Landes.

2017 geriet Myanmar durch die Vertreibung von 640 000 Rohingyas, einer muslimischen Minderheit, in die internationalen Schlagzeilen. Im benachbarten Bangladesh entstand das weltgrößte Flüchtlingslager.

Ich besuchte das Land Ende 2017, als Papst Franziskus bei seinem Aufenthalt zu den dortigen Christen sprach und der Regierung das Versprechen zur Rückführung der Flüchtlinge abnahm.

Myanmar bietet dem Besucher herrliche, reich geschmückte, historisch und architektonisch hochinteressante buddhistische Bauten. In manchen konzentriert sich ungeheurer Reichtum in Form vergoldeter Pagoden, edelsteingeschmückter Stupas und Buddha-Statuen in den Klöstern und Tempeln.

Die buddhistischen Lebens- bzw. Verhaltensregeln sind tief in der Bevölkerung verwurzelt. Fremde sind willkommen und werden in freundlicher Art behandelt. Die ehemalige Hauptstadt Yangon präsentiert sich als moderne saubere Metropole und die Bewohner der Pfahlbauten auf dem Inle-See haben weltweite Bekanntheit durch das traditionelle Einbeinrudern erlangt.

Der Besucher verlässt das Land mit tiefen, bewegenden Eindrücken von den Menschen, den Landschaften und den jahrhundertealten kulturellen Leistungen.

Artistisches Einbein-Fischen