Das „Grande Hotel“ in Beira

Das ehemals größte und schönste Hotel des südlichen Afrika, das „Grande Hotel“, steht in der mosambikanischen Stadt Beira. Wenige Jahre nach seiner Inbetriebnahme wurde es zur Unterkunft von Militär und Polizei und diente später als Zufluchtsort der Flüchtlinge im mosambikanischen Bürgerkrieg. Heute existiert es als Ruine, in der 3500 Menschen ohne Strom, Wasser und sonstigen Komfort hausen. Das Hotel ist trotz einer zwischenzeitlichen Reinigung durch österreichische Organisatoren vermüllt und ein ständiger Krankheitsherd für seine Bewohner.

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Facebook-Plausch mit Nelson Mandelas Frau

Sächsische Zeitung, 7.05.2013, von Manfred Müller, zum Originalartikel geht es hier

Der Riesaer Rainer Grajek war Entwicklungshelfer in Mosambik und Angola. Jetzt arbeitet er an seinem zweiten Afrika-Buch.

Afrika lässt ihn nicht los: Rainer Grajek im Arbeitszimmer seiner Riesaer Wohnung.

Rainer Grajek hat Afrika von vielen Seiten kennengelernt. Die Hoffnung nach dem Ende des Kolonialismus. Die Schrecken zweier Bürgerkriege. Die Savannenlandschaften mit ihren Atem beraubenden Sonnenuntergängen. Und die extreme Armut in den Elendsvierteln der Städte. Der Riesaer arbeitete in den 1980er Jahren als Entwicklungshelfer im südlichen Afrika. Er unterrichtete in Mosambik Lehrkräfte für die Pädagogenausbildung. Und er lehrte im angolanischen Lubango Geschichte an einer Universität. „Afrika hat mich nie wieder losgelassen“, sagt der heute 76-Jährige.

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Neue Veröffentlichung: Sozialpolitik in Afrika

Im Februar 2013 erschien im LIT-Verlag das „Handbuch Sozialpolitiken der Welt“, herausgegeben von Markus Porsche-Ludwig, Wolfgang Gieler und Jürgen Bellers. Darin habe ich die Kapitel zu Angola und Mosambik geschrieben.

handbuch sozialpolitiken„Erstmals wird im deutschsprachigen Raum eine grundlegende Einführung der Sozialpolitik einzelner Staaten der Welt vorgelegt …  Zentral stehen die folgenden Aspekte im Vordergrund:

  • Was kann man von der Sozialpolitik in welchem Land lernen?
  • Wer sind die jeweils wichtigsten Akteure der Sozialpolitiken? …
  • Was sind die Bedingungen für Fehlentwicklungen und wie entwickeln und gestalten diese sich historisch?

Der Band wendet sich an einen breiten Benutzerkreis in Politik, Verwaltung, Medien, Forschung, Lehre an Hochschulen und Gymnasien sowie im Bereich der politischen Bildung.“ (Vorwort)

Markus Porsche-Ludwig, Wolfgang Gieler, Jürgen Bellers (Hg.): Handbuch Sozialpolitiken der Welt, Reihe: Politik: Forschung und Wissenschaft, Bd. 31, 2013, 712 Seiten, 128,90 €, gb., ISBN 978-3-643-10987-3

Sozialpolitik in Mosambik

Typen von Sozialpolitiken und deren Geschichte

Vor etwa 1700 Jahren stießen die von Norden her einwandernden Ost-Bantu zu den von der Jagd und Fischfang lebenden Ureinwohnern (San und Khoi-Khoi) und siedelten sich im Territorium des heutigen Mosambik nach und nach in den Flussbecken der Küsten, an den fruchtbaren Hängen und auf den Hochebenen des Landesinneren an. Dies geschah im Rahmen der großen Bantu-Wanderung. Die Einwanderer revolutionierten die bisherige Produktionsweise, indem sie Ackerbau und Viehzucht betrieben und die Eisentechnik beherrschten. Als sesshafte Bauern errichteten sie Holzhäuser und begannen, verschiedene Getreidearten zu kultivieren. Weiterlesen

Sozialpolitik in Angola

Zur Geschichte der Sozialpolitiken in Angola

Die Geschichte der Angolaner wurde über die Jahrhunderte geprägt von Unterdrückung, Abhängigkeit, Sklaverei, kolonialer Ausbeutung, Krieg und Bürgerkrieg. Dieses Martyrium endete erst im Jahre 2002.

Die Anfänge Angolas lagen im Königreich Ndongo im Gebiet der Flüsse Kwanza, Lukala, Bengo und Dande, auf der Höhe des 1575 gegründeten Luanda. Ndongo war seinem mächtigen nördlichen Nachbarn, dem Kongo-Reich, tributpflichtig. Von dort drangen die Portugiesen seit Ende des 15. Jahrhunderts auf der Suche nach Sklaven für São Tomé in das von den Bantu-Stämmen der Mbundu (Kimbundu) bewohnte Reich vor und nahmen mit dem König Ngola Kiluanje Inene (1515-1556) intensive Kontakte auf. Mit der Übernahme Brasiliens als portugiesische Kolonie (1500-1822) erhöhte sich der Bedarf an Sklaven. Eine vom Jesuiten Paulo Dias de Noveis 1560 geleitete Expedition sollte den portugiesischen Einfluss im Land und den Zugriff auf mehr Sklaven sichern. Weiterlesen

Neue Veröffentlichung: Religion in Afrika

handbuch der religionen der weltIm Verlag Traugott Bautz sind im November 2012 zwei Kapitel von mir erschienen, die ich für das „Handbuch der Religionen der Welt“ verfasst habe.

Darin geht es jeweils um die Religionsgeschichte Mosambiks und Angolas vom Beginn der Kolonisation bis zur Gegenwart dieser Länder. Herausgeber sind Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig (Universität Hualien, Taiwan) und Prof. Dr. Jürgen Bellers (Universität Siegen). Das Vorwort verfasste Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Küng (Universität Tübingen).

Hier geht es zu den beiden Kapiteln: Religion in Mosambik & Religion in Angola.

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Religion in Angola

1. Religionen in Angola

Als Ereignis des Jahres wurde 2009 in Angola der Besuch des Papstes Benedikt XVI. wahrgenommen. Staatspräsident José Eduardo dos Santos, vieljährig Repräsentant einer atheistisch orientierten Partei, empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Musik und einer tiefen Verbeugung auf dem Luandaer Flughafen, und zehntausende Menschen jubelten dem Pontifex zu. Der vom 20. bis 23. März 2009 auf Luanda beschränkte Aufenthalt erlangte weltweite Aufmerksamkeit, fand er doch in einem afrikanischen Land statt, das im Zeichen starker Wandlungen stand, was sich in Begegnungen mit zahlreichen politischen Autoritäten und dem Diplomatischen Korps ebenso ausdrückte wie in der Zusammenkunft mit Bischöfen von Angola und São Tomé in der apostolischen Nuntiatur.

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Religion in Mosambik

1. Religionen und deren Geschichte in Mosambik

Die umfangreiche portugiesische Kolonialexpansion war von Anfang an das gemeinsame Werk von Krone, Adel, Klerus und frühem Bürgertum. Dabei gingen die Überbringer des Christentums bei der kolonialen Landnahme genau so forsch ans Werk wie ihre weltlichen Brüder. Mondlane kritisierte, dass im 17. und 18. Jahrhundert Dominikaner-Missionare und Jesuiten als Prazeiros Besitzer weiter Ländereien wurden, die Kopfsteuer der Eingeborenen kassierten und Sklavenhandel betrieben. /1/

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