Religion in Angola

handbuch der religionen der weltRainer Grajek: "Religion in Angola", In: "Handbuch der Religionen der Welt", Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig und Prof. Dr. Jürgen Bellers (Herausgeber), Bautz Verlag 2012

1. Religionen in Angola

Als Ereignis des Jahres wurde 2009 in Angola der Besuch des Papstes Benedikt XVI. wahrgenommen. Staatspräsident José Eduardo dos Santos, vieljährig Repräsentant einer atheistisch orientierten Partei, empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Musik und einer tiefen Verbeugung auf dem Luandaer Flughafen, und zehntausende Menschen jubelten dem Pontifex zu. Der vom 20. bis 23. März 2009 auf Luanda beschränkte Aufenthalt erlangte weltweite Aufmerksamkeit, fand er doch in einem afrikanischen Land statt, das im Zeichen starker Wandlungen stand, was sich in Begegnungen mit zahlreichen politischen Autoritäten und dem Diplomatischen Korps ebenso ausdrückte wie in der Zusammenkunft mit Bischöfen von Angola und São Tomé in der apostolischen Nuntiatur.

Zu den Gründen des Papstbesuches äußerte sich bereits am 8. Februar der Apostolische Nuntius von Angola, Erzbischof Becciu in Radio Vatikan: „Es gibt immer noch Gebiete, beispielsweise im Nordosten, die noch nicht von der Evangelisierung erreicht sind, wir haben Diözesen, so groß wie Italien, mit wenigen Priestern und Ordensleuten. Vor kurzem wurden neue, junge Bischöfe ernannt. Der Besuch des Papstes wird … die Ankunft anderer Missionsinstitute anregen.“ Die Voraussetzungen für die weitere Evangelisierung Angolas durch die römisch-katholische Kirche lagen in der Akzeptanz der Kirche, deren Missionare während des Bürgerkrieges ermordet wurden und in der Mahnung des Papstes an die Regierenden: „Die vielen Angolaner, die unter der Armutsschwelle leben, dürfen nicht vergessen werden.“ Bereits in seiner Begrüßungsansprache forderte er den Dialog der bisherigen Konfliktparteien und nach langem Bürgerkrieg den Weg der Versöhnung weiterhin zu beschreiten.

In seinem Angelusgebet auf der Cimangola-Ebene von Luanda sandte er über Angola hinaus („Unser Gebet steigt heute aus Angola auf, aus Afrika, und umarmt die ganze Welt.“) einen Friedensappell um den Globus. Es sollen alle auf Erden „ihre Augen auf Afrika richten, auf diesen großen Kontinent, der so voller Hoffnungen ist, aber auch nach Gerechtigkeit, Frieden, einer gesunden und ganzheitlichen Entwicklung dürstet, die seinem Volk eine Zukunft des Fortschritts und des Friedens sicherstellen kann.“

Seiner feierlichen Messe unter freiem Himmel wohnten eine Million Gläubige bei. Sie begann mit seinem Bedauern über den Tod zweier junger Frauen und 40 verletzte Jugendliche auf dem Wege zu einer Jugendversammlung mit dem Papst am Vortag. Es sei die Aufgabe der katholischen Kirche in Angola und ganz Afrika, der Welt ein Zeichen der Einheit zu geben. Die päpstliche Botschaft für Angola: „Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden.“

Aus dem Glaubensrelief Angolas ragen zwei Erhebungen hervor: Christentum und (traditionelle) Naturreligionen.

Für die traditionellen Religionen gelten alle von P. Raul Ruiz de Asúa Altuna in seinem Werk „CULTURA TRADICIONAL BANTO“ (Traditionelle Kultur der Bantu“) formulierten allgemeinen Merkmale, mit denen er gleichzeitig Behauptungen entgegentritt, es handele sich bei der traditionellen Bantu-Religion lediglich um ein Konglomerat des Aberglaubens, der das Niveau eines elementaren Fetischismus nie überwunden habe. Zwar enthalte die traditionelle Religion offenkundig Elemente des Fetischismus, Animismus, Naturismus, Ancestralismus (Ahnenkult), Manismus (Totenkult), Animantismus und Totemismus, lasse sich aber nicht auf einzelne dieser Aspekte reduzieren.

Der Fetischismus wurde schon vom Portugiesen Duarte Lopez bei seinem Besuch des Kongo-Reiches 1591 erwähnt, weil dort Gegenstände als Objekte der Verehrung dienten, die, in Stein oder Holz geschnitzt, Schlangen, Vögel, andere Tiere, Pflanzen und Bäume darstellten. In demütigen Riten knieten sich die Menschen vor diesen Objekten nieder, fielen mit dem Gesicht auf die Erde, bedeckten das Gesicht mit Staub, flehten sie um Hilfe an und spendeten Opfergaben. Angesichts der in Afrika weiten Verbreitung dieses Kultes verwendete Charles de Brosses in einem Buch 1760 erstmals den Begriff Fetischismus als wissenschaftlichen Terminus. Fetische sind vom Menschen hergestellte Objekte, denen eine vitale Kraft innewohnt, die sich die Menschen nutzbar machen (wollen).

Die traditionelle Religion Angolas konkretisiert sich in der Kommunikation des Individuums mit der Gemeinschaft, mit der sichtbaren und unsichtbaren Welt, durch ihre Riten, Anrufungen, Opfer, Feste, Initiationszeremonien. Sie enthält eine pragmatische Variante, die auf ein gutes Leben, materielle Güter, Fruchtbarkeit, Gesundheit, reiche Ernte und ruhige Lebensart gerichtet ist. Gleichzeitig wird sie von einer sensiblen Spiritualität und der Vorherrschaft des Mystischen getragen. Als fester Bestandteil der Bantukultur beeinflusst sie direkt alle Lebensbereiche.

Überall verbreitet ist der Geisterglaube. Geister vermitteln zwischen Menschen und einem höheren Sein. Nach den Vorstellungen der Mbundu leben die quituta in Flüssen, im Busch, in Felsen oder Quellen, können als Schlangen mit Gehörn auftauchen, als schreckliche Monster in der Verkörperung Verwandter, sie verkünden Gutes oder Böses. Geister nehmen ihren Wohnsitz an speziellen Orten oder in Bäumen. Für viele Angolaner haben sie ihren Sitz in den gigantischen Embondeiros (Baobabs). Diese sind deswegen geheiligt, und sie bauen zu Füßen der Baumriesen kleine Hütten-Altäre, vor denen sie ihre Kulte vollziehen. An den Zweigen hängen Zauberer Kadaver auf, welche unheilvolle Aktionen der Geister verhindern sollen. Nach ihrem Glauben gibt es Luft-, Regen-, Sturm- und Bodengeister, Geister des Waldes, der Seen, der Flüsse und Quellen, des Fischfangs, der Jagd, des Ackerbaus, der Reise, der Savanne und solche, die für Krankheiten verantwortlich zeichnen. Obwohl sie mächtig sind, lassen sie sich gutherzig durch Geschenke, kleine Opfergaben und anrufende Sprüche beeinflussen. Der Jäger fleht sie um gute Beute an und gibt ihnen das erste Stück. Frauen opfern ihnen eine Hand voll Körner oder Mehl. Zum Komplex der Naturreligionen gehören Auffassungen zu Leben und Tod. Nach dem Tod trifft man sich mit den Vorfahren und kehrt zu den Lebenden zurück. Der Tod ist eine Reise, der Mensch geht von den Seinen und trifft sie wieder. Man lebt sterbend und stirbt lebend. Allerdings geht mit dem Tod ein Teil der Person für immer verloren, beendet die menschliche Wirklichkeit, sein Geist, die Seele existiert weiter. Der Körper bleibt ohne Leben, erkaltet. Auch für den Todesfall gibt es bestimmte Riten und Beerdigungszeremonien, die sich in der Bekleidung, der Körper- und Gesichtsbemalung, den Frisuren, den Beigaben und den Regeln für das weitere Leben der Witwe äußern. Von Einfluss ist der Glaube, dass die Vorfahren das tägliche Tun der Lebenden begleiten. Sie existieren in einer unsichtbaren Realität.

In der Ausübung der Riten spielen Amulette und Talismane eine wichtige Rolle. Das Amulett ist ein kleines Objekt, begabt mit geheimer Macht, mysteriös, das den Besitzer vor Unglück schützt. Es gibt sie für alle Zwecke: gegen Krankheiten, Bösartigkeiten, Unfälle und Heimsuchungen. Sie können am Körper getragen werden, an den Armen, Beinen, an der Hüfte, am Hals, manchmal werden sie an Grabsteinen versteckt.

Auch die Medizinmänner (Curandeiros) sind als Träger medizinischer Erfahrungen und aufgrund des  von den Vorfahren übernommenen Wissens, spezieller Kenntnisse und nützlicher Geheimnisse wesentlicher Bestandteil der Bantukultur. Das hängt damit zusammen, dass der Krankheitsbegriff der Bantu im sozio-religiösen Kontext verstanden werden muss.

Der wichtigste Spezialist der Bantumagie ist der Wahrsager (Adivinho). Das Wort ist nicht dem im europäischen Sprachgebrauch üblichen gleichzusetzen. In der Mehrzahl der Fälle sind die Wahrsager Curandeiros, spezialisierte Heiler. In Angola tragen sie die Bezeichnungen „Kimbanda“ und „Nganga“. Fast immer sind die Adivinhos Männer, Frauen dienen mehrheitlich als Medium. Das Medium vermittelt direkt zwischen den Bewohnern der unsichtbaren Welt und den Lebenden.

Zur Evangelisierung Angolas

Bereits am Ende des 15. Jahrhunderts reisten Missionare der Franziskaner und Dominikaner mit den portugiesischen Expeditionen in das Kongo-Reich, verbreiteten den katholischen Glauben und tauften Mitglieder der Herrscherhäuser. 1513 empfing Papst Leo X. eine Delegation aus dem Kongo-Reich. Die portugiesischen Missionare und Pater beteiligten sich am lukrativen Elfenbein-, Kupfer-, Silber- und Sklavenhandel. 1560 landete eine portugiesische Expedition, geführt von Paulo Dias de Novais (Neffe des Bartolomeu Dias) im Ngola-Reich. Ihr gehörten vier Jesuiten an: zwei Pater und zwei Mönche. Die Portugiesen wurden fünf Jahre gefangen gehalten und erlangten ihre Freiheit wieder, als P. D. de Novais dem Ngola half, einen aufständischen Gegner zu besiegen. Seine Haltung gegenüber der einheimischen Bevölkerung drückte 1563 der Jesuitenpater José Anchieta so aus: „Für diese Art von Leuten gibt es keine bessere Predigt als Schwert und eiserne Rute.“ Mit der Bitte um militärische Unterstützung durch die portugiesische Krone gestattete der Ngola P. D. de Novais, mit einer Schiffsladung von Sklaven, Elfenbein und Kupfer nach Europa zurückzukehren. 1575 setzten sich die Portugiesen in Luanda fest und errichteten eine Kapelle und eine Kirche. Von Luanda wurden 12 000 „Stück“ Sklaven exportiert, davon starben 4 000 während der Überfahrt. Nach den Angaben von Fréderic Mauro erhöhte sich im Folgejahr die Zahl auf 14 000. Im Jahr 1700 gaben die in Angola tätigen Kapuzinermönche bekannt, seit 1677 über 50 000 Eheschließungen und 300 000 Taufen vorgenommen zu haben.

1760 kam es zur Vertreibung der Jesuiten (7 Priester, 6 Laien) aus Angola. Da sie in Brasilien über enormen Landbesitz verfügten, hatten sie versucht, in Angola Sklaven als Arbeitskräfte für ihre Fazendas zu beschaffen.

Der Handel mit Sklaven für den Übersee-Export wie in innerafrikanische Länder galt über die Jahrhunderte als selbstverständlich und gottgegeben. Sklaven ersetzten Handelsgeld, d. h. es war möglich, mit Sklaven andere Waren zu begleichen oder Schulden zu bezahlen. In einer Deklaration der Luandaer Pater von 1593 hieß es: „Es ist kein Skandal, wenn die angolanischen Pater ihre Schulden mit Sklaven bezahlen, denn in Europa besteht das umlaufende Geld aus Gold oder Silber, in Brasilien aus Zucker, in Angola und den Nachbarreichen aus Sklaven. Die Sklaven, welche die Pater verkauften, waren nicht nur solche, die ihnen die Häuptlinge (Sobas) gaben, manche wurden ihnen als Almosen überreicht oder man hat sie ihnen im Testament hinterlassen, aber nicht alle werden von ihnen für Dienste benötigt, so wie mancher Weizen oder andere Sachen schickt, für die keine Verwendung im Haus besteht.“

1800 arbeiteten in Angola 30 Pater, die Hälfte davon waren Angolaner. Im Landesinneren bestanden 16 Kirchen. 1880 verzeichneten die Chroniken erstmals die Tätigkeit von Protestanten in Angola. Erwähnt wurden die English Baptist Missionary Society, die American Board of Comissioners for Foreign Missions, die United Church of Canada, die Methodist Episcopal Church sowie die Brethren’s Mission. Auf der Hochebene von Benguela wirkten 7-Tage-Adventisten. Nach den Festlegungen der Berliner (Kongo-)Konferenz 1884/85 verstärkten sich die protestantischen Bemühungen, im Landesinneren wirksam zu werden. Vor allem im Gebiet zwischen Luanda und Malange war die Methodist Episcopal Church unter Bischof William Taylor erfolgreich. Insgesamt nahmen die missionarischen Aktivitäten in dem Maße zu, wie Portugal sich um die endgültige Beherrschung innerer Landesteile bemühte.

2. Statistiken und Organisationen

Jahr Anteil der weißen Bevölkerung in Angola Gesamtbevölkerung
1900 9 177 2 700 000
1910 12 000 2 900 000
1913 13 000
1927 42 843
1930 43 500 3 300 000
1931 59 493
1950 78 826 4 100 000

Zur Tätigkeit religiöser Institutionen

1900 125 Pater, Mönche, Nonnen
1910 24 katholische Missionen, 73 000 katholische Angolaner
1920-1924 16 Missionen gegründet
1921-1930 Die Hälfte aller Hospitäler wurden von Missionaren geleitet (davon 1/3 protestantische)
1950 103 katholische Missionen mit 274 Missionaren und 595 Hilfsgeistlichen. 3 Diözesen. Die Anzahl der Katholiken wurde mit rund 1 Million (1/4 der Bevölkerung) angegeben.
1954 Es existierten 337 Primarschulen (davon 139 offizielle) mit 573 Lehrern (293 in offiziellen Schulen) und 17 433 Schülern. Dazu kamen 919 Escolas rudimentares (Elementarschulen). 784 unterstanden der katholischen Kirche, die anderen der protestantischen. Es unterrichteten 1141 Lehrer die 35 361 Schüler.
1957 gab es 387 katholische Pater in Angola und etwa 1 500 000 Katholiken. In rund 100 Missionen und Pfarrkirchen waren Pater verschiedener Orden tätig (Franziskaner, Dominikaner, Benediktiner), denen Ordensschwestern zur Seite standen.

Zum Wirken protestantischer und anderer Einrichtungen

1910 beklagten die protestantischen Missionare Stober und Swan die Fortdauer des Sklavenhandels in den Regionen Bailundo und Cuanza.

1913 wurden noch immer 20 000 bis 40 000 Sklaven verkauft. (John Harris: A escravatura portuguesa)

In den zwanziger Jahren entstanden im Norden Angolas politisch-religiöse Sekten wie

  • Zacarias Bonzo: A religião salvadora. Ihr Aufruf: “Afrika gehört den Afrikanern!“ Die Sekte wurde von Kinshasa (Kongo) aus gesteuert.
  • SimãoToko: A Estrela Vermelha. Der Gründer, ein Baptistenprediger, nannte sich „der letzte Prophet Christus“.
  • Sekte Maíangí in Cabinda: Sie setzte sich für die Zerstörung der feitiços ein und verbot das Betreten anderer Kirchen.

1921 verbot der Hochkommissar von Angola, Norton de Matos, per Dekret Nr. 77 den Gebrauch afrikanischer Sprachen an den Missionsschulen.

1953 breitete sich in verschiedenen Regionen Angolas der sogenannte „Lassismus“ aus, ausgelöst schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch Lassy Simon Zéphérin de Pionte Noire. Lassy war ein Evangelist, der durch seine Heilungen („Curas“) auf sich aufmerksam machte. In seiner Lehre vermengten sich katholische, protestantische und animistische Elemente.

Jahr
Protestantische Kirchen 1949 1957
Gottesdienststätten 1222 3090
Pater 95 179
Hilfsgeistliche 3524 3817
Protestanten 127 750 189 620

Zum gegenwärtigen Stand

47% der angolanischen Bevölkerung (16 Millionen) sind Anhänger traditioneller Naturreligionen.

Der Katholizismus ist seit dem Ende des 15. Jahrhunderts in Angola präsent, seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert auch der Protestantismus. Die Zahl der Christen wird heute mit 50-51% der Bevölkerung angegeben, wobei 38% als Katholiken und 13 % als Protestanten angenommen werden.

Der Islam besitzt keine historische Grundlage in Angola. Die heutigen sunnitischen Muslime (1-2% der Bevölkerung) rekrutieren sich aus eingewanderten Arbeitskräften, vor allem im Norden des Landes.

Zu den 5 Erzbistümern der katholischen Kirche in Angola gehören 14 Bistümer. In der Bischofskonferenz von Angola und São Tomé (Conferência Episcopal de Angola e São Tomé) sind 18 Diözesen unter der Leitung des Erzbischofs von Lubango (ehemals Sá da Bandeira) zusammengeschlossen.

Die Igreja Evangélica Luterana de Angola (Evangelisch-Lutherische Kirche Angolas) hat ihren Hauptsitz in Lubango (Provinz Huila). Ihr Einfluss wird vor allem in den Provinzen Namibe, Huila, Huambo, Luanda, Cabinda und Kunene deutlich. Seit 2007 verstärkt sie ihre missionarische Tätigkeit in den Städten.

In Angola gibt es 900-1000 Religionsgemeinschaften.

Starke Bemühungen sind seitens der Methodisten im Raum Luanda-Malanja, der Baptisten in Luanda und im Nordwesten des Landes, der Lutheraner im Süden sowie sporadisch der Adventisten, neuapostolischen Christen (etwa 220 000 Mitglieder; Zentrum: Luanda) und Zeugen Jehovas erkennbar. Vor allem in den Städten tauchen neue Gemeinschaften auf, wie z.B. die Igréja Unida do Reino de Deus (Vereinigte Kirche des Reiches Gottes).

Dem Conselho de Igréjas Cristas em Angola (Angolanischer Christenrat) gehören 22 Mitgliedskirchen an.

In der Religionsausübung der Angolaner überlagern sich oft Elemente der traditionellen Religion mit solchen des christlichen Glaubens.

3. Bedeutsame Theologen

Papstbesuche haben in Angola starke Eindrücke hinterlassen. Bereits 1992 wurde dem bürgerkriegsgeschüttelten Land die Ehre eines Papstbesuches zuteil. Auf seiner apostolischen Reise besuchte Johannes Paul II. vom 4. Bis 10. Juni Luanda, Huambo und Lubango. „Das Ereignis wurde mit großer Begeisterung in allen Diözesen gefeiert.“ (Bischof Filomeno Vieira Dias; stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz von Angola und São Tomé; CEAST). Um den Papst zu ehren, schrieben angolanische Bischöfe Ende April 2011 ein Buch mit dem Titel „Ein Papst unserer Zeit“, das am 1. Mai 2011, dem Tag der Seligsprechung des verstorbenen Pontifex den Gläubigen Gebetsanregungen vermitteln sollte.

Papst Benedikt XVI. setzte sich auf seiner Reise von Kamerun nach Angola der Kritik vieler Katholiken und Hilfsorganisationen wie UNICEF und Ärzte ohne Grenzen aus, weil er sich zu Beginn seiner Afrikafahrt zur AIDS-Problematik in Afrika geäußert hatte. Obwohl in Angola nur 1,6% der Bevölkerung mit der Immunschwächekrankheit behaftet sind, hatte seine Formulierung, AIDS könne man „nicht mit Kondomen überwinden, im Gegenteil, das verschlimmert nur das Problem“, hohe Wellen der Empörung geschlagen. In Afrika sind 23 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert oder leiden an der bereits ausgebrochenen Krankheit. Für Papst Benedikt XVI. und die römisch-katholische Kirche ist der für Afrika folgenschweren Krankheit vor allem durch Keuschheit, sexuelle Askese und Partnertreue in der heterosexuellen Ehe zu begegnen. Damit lehnen sie sich an die Enzyklika Pauls VI. „Humanae vitae“ an, die den Geschlechtsverkehr nur zum Zwecke der Zeugung von Nachkommen befürwortet. Menschen in aller Welt fordern die Kirche auf, ihre negative Haltung zu Verhütungsmitteln zu korrigieren. Kritik schlug Benedikt XVI. auch aus der Exklave Cabinda entgegen. Priester und Gläubige hatten erwartet, dass er in seinen Predigten die angolanische Regierung auffordert, ihre Versprechungen zur Verbesserung der Lebenslage der Fischer einzuhalten. Diese dürfen in der Nähe der gewaltigen Offshore-Bohrungen nicht mehr fischen. Die Ölförderung entzieht ihnen ihre Lebensgrundlage.

4. Literaturtitel

P. Raul Ruiz de Asúa Altuna, CULTURA TRADICIONAL BANTO; Secretariado Arquidiocesano de Pastoral; Luanda 1985

Fatima Viegas, Panorama das Religiões em Angola Independente (1975-2008); Ministério da Cultura/Instituto Nacional para os assuntos Religiosos; Luanda 2008

Pedro Ramos de Almeida, História do Colonialismo Portugues em África; Volumes 1-3; Editora Estampa,Lisboa 1978

História de Angola, Ministerio da Educação; Luanda 1976