São Tomé und Príncipe – Das unbekannteste Land Afrikas

Sie war einmal weltbekannt und spielte eine wichtige Rolle im Handel und in der Politik. Das war um 1900. Da stellte die portugiesische Kolonie São Tomé und Príncipe den besten Kakao her und avancierte zum härtesten Konkurrenten Großbritanniens beim Kampf um die Beherrschung und Kontrolle des weltweiten Kakaohandels.

Um den Gegner zu schädigen, behaupteten die Briten, dass die 1875 verbotene Sklaverei in der portugiesischen Kolonie fortbestünde und deshalb seitens Großbritanniens boykottiert werden müsse. Tatsächlich haben sich Formen der Sklaverei in den Kolonien bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten.

Später einigten sich Großbritannien und Deutschland darauf, dass im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Portugals die Kolonie São Tomé und Príncipe an Deutschland übergeben werden solle. Der Versailler Vertrag von 1919 verhinderte das.

Die Kolonie versank im Vergessen der Menschheit. Nur 1919 erlangte sie noch einmal eine Erwähnung, als im Rahmen einer groß angelegten Forschungsexpedition auf der Insel Príncipe während einer Sonnenfinsternis die Einsteinsche Relativitätstheorie bestätigt werden konnte.

Heute drängt die kreolische Bevölkerung des zweitkleinsten Staates Afrikas ihre Regierung, etwas für den Bekanntheitsgrad der Insel zu tun, damit künftig mehr Touristen die Strände und Urwälder besuchen und der hier produzierte hochwertige Kakao die verdiente Aufwertung erfährt.

Immerhin behauptet der gebürtige Italiener Claudio Corallo, auf den Inseln den weltbesten Kakao und ebensolche Schokolade zu produzieren. Wir sind den Spuren der Vergangenheit nachgegangen, haben die Menschen des Archipels kennen und achten gelernt und hielten die Begeisterung für dieses Land und seine Bewohner in schönen und eindrucksvollen Bildern fest.

Der Vortrag illustriert die Historie und die Gegenwart von São Tomé und Príncipe, jener ehemaligen portugiesischen Kolonie, die 1975 in die Unabhängigkeit entlassen wurde und seitdem fast unbeachtet von der Welt ihr Dasein fristet.

Letzteres unberechtigterweise, wie wir bei unserer Safari festgestellt haben.