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Sachbuch: Für Respekt und Anerkennung

Im März 2020 erschien im Mitteldeutschen Verlag Halle ein Buch, zu dem ich ein Kapitel beitrug. Die HerausgeberInnen Birgit Neumann-Becker und Hans-Joachim Döring gaben ihm den Titel „Für Respekt und Anerkennung. Die mosambikanischen Vertragsarbeiter und das schwierige Erbe aus der DDR“. Es enthält die Vorträge der internationalen Mosambik-Konferenz vom Februar 2019 in Magdeburg.

Hauptgegenstand der Diskussionen in Magdeburg war die Lage der mosambikanischen Vertragsarbeiter nach dem Ende der DDR und ihrer Ansprüche auf nichtausgezahlte Lohngelder, die sie nach entsprechendem Transfer aus der DDR in ihrem Heimatland bekommen sollten. Die meisten der Rückkehrer haben dieses Geld nicht bekommen. Ehemalige Verantwortliche der DDR (z.B. Markus Meckel, ehemaliger Außenminister), Vertreter der „Madgermanes“ (so werden die Rückkehrer aus Deutschland in Mosambik genannt), Repräsentanten der gegenwärtigen deutschen Regierung (Günter Nooke, Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin Angela Merkel und im  Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und ehemalige Kooperanten der DDR in Mosambik diskutierten die Sachlage.

Mein Referat beleuchtete aus historischer Sicht das Leben der Mosambikaner und der DDR-Entwicklungshelfer in den 1980er-Jahren in Mosambik.

Besondere Berücksichtigung erfuhr die sich zuspitzende politische und militärische Lage im mosambikanischen Krisenjahr 1986. Der Absturz der mosambikanischen Präsidentenmaschine mit mehr als 30 Todesopfern im Oktober 1986 beschwor die Gefahr einer südafrikanischen Invasion herauf und forcierte die zerstörerische Tätigkeit der RENAMO. Erst nach der Beisetzung des Präsidenten Samora Machel beruhigte sich die Lage und das öffentliche Leben kam wieder in Gang.

Erst der 1992 in Rom geschlossene Friedensvertrag beendete 26 Jahre Bürgerkrieg. Einschließlich des antikolonialen Befreiungskrieges hatten die Mosambikaner mehr als 30 Jahre Krieg erdulden müssen.

Ich belege das in meinem Beitrag mit konkreten Fakten aus meinen Tagebuchaufzeichnungen von damals. Das von mir im Buch beigesteuerte Kapitel trägt den Titel „Welche Spuren haben wir hinterlassen? Aus den Tagebüchern eines DDR-Kooperanten in Mosambik“. Dem Text sind Fotos beigefügt.

Das Buch enthält einen Dokumentenanhang, der die politischen Vorgänge im Zeitraum von 1979 bis 1990 nachvollziehbar macht.

Besonders hervorheben möchte ich die Beiträge von Katrin Bahr, die im Rahmen ihrer Promotion die gemeinsame Geschichte der DDR und Mosambik erforscht, sowie von Dr. Cesare G. Zucconi (Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio), der den Vermittlungsprozess von 1992 in Rom für den Frieden zwischen Frelimo und RENAMO beschreibt.

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