Äthiopien – Dämmerung

Am 11.10.2019 wurde bekannt, dass der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis bekommen wird. Grund ist vor allem sein Einsatz zur Lösung des Grenzkonfliktes mit Eritrea, dem Nachbarland Äthiopiens, und damit sein Beitrag für Frieden und Zusammenarbeit in der Region. Mit einem Blick in die Geschichte und auf Geschichten aus Äthiopien möchte ich dieses geheimnisvolle Land ein Stück bekannter machen.

Wer in Addis Abeba aus dem Flugzeug steigt, atmet zuerst tief durch, überprüft seine Herzschläge und beobachtet unauffällig seine Mitreisenden. Die Stadt liegt 2400 Meter über dem Meeresspiegel, und die Luft ist dünn da oben. Da ist es gut, den eigenen Blutkreislauf zu kontrollieren. Immerhin betritt man die dritthöchste Hauptstadt der Welt mit all ihren Wunderlichkeiten, die den Europäer staunen lassen. Obwohl ich mir sicher war, an einem Tag im November 2010 in Äthiopien gelandet zu sein, klärte mich Kiprum (der Name bedeutet „Gnade“), unser Fahrer, auf: „Wir haben eine andere Zeitrechnung als Ihr. Wir leben im Jahr 2003.“

Zeitrechnung

Habt Ihr in Äthiopien einen anderen Kalender?“

„Haben wir. Bei uns gilt der julianische Kalender. Da liegen wir etwa sieben Jahre hinter Ihrem gregorianischen Kalender zurück. Das neue Jahr beginnt bei uns am 11. September. Jeder Monat hat 30 Tage, und zum Ausgleich hängen wir einen 13. Monat mit fünf bis sechs Tagen dran, je nachdem, ob es sich um ein Schaltjahr handelt oder nicht. Unser Kalender hat seinen Ursprung im altägyptischen. Der jetzige erste Monat des Jahres heißt meskerem. In Äthiopien beginnt der Tag, wenn die Sonne aufgeht. Das ist um sechs Uhr früh. Also ist es jetzt, wo Sie sieben Uhr auf Ihren Uhren ablesen, erst ein Uhr. Alles klar?“

Schweigendes Kopfnicken.

„Unser Tag hat zwölf Stunden. Die Nacht ebenso. Allerdings, wenn Sie in Addis Abeba sind, können Sie davon ausgehen, dass man auch die europäische Zeit kennt. Wenn Sie also ein Rendezvous vereinbaren, fragen Sie am besten stets, ob Sie sich nach hiesiger oder europäischer Zeit treffen wollen.“

Grenzkonflikt zwischen Eritrea und Äthiopien

1952 wurde Eritrea Teil einer Föderation mit Äthiopien. Seine Eigenständigkeitsbestrebungen mündeten 1961 in den bewaffneten Kampf gegen Äthiopien, das daraufhin Eritrea annektierte. Es dauerte bis 1993, als es durch eine Volksabstimmung seine Unabhängigkeit erlangte. Damit war noch kein Frieden mit dem Nachbarn garantiert. Zwei Jahre später erfolgte die Ausrufung der Präsidialen Republik unter Staatspräsident Gidada. Wiederum zwei Jahre danach löste sich das Land aus der Währungsunion mit Äthiopien. In der Folgezeit litten beide Staaten unter blutigen Grenzkonflikten, bei denen es um Besitzansprüche im Norden der Provinz Tigray ging, um 400 Quadratkilometer Halbwüste. Die Organisation Afrikanischer Staaten schaltete sich als Vermittler ein, und im Jahr 2000 unterzeichneten Vertreter ihrer Länder in Algier das Friedensabkommen. Über 120.000 Äthiopier starben bei den kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern blieben gespannt, sie schlossen ihre Grenzen, und Äthiopien muss seitdem seinen Außenhandel über Djibouti abwickeln.

Der Grenzkonflikt zwischen Eritrea und Äthiopien besteht seit 1998. Schon drei Jahre zuvor waren neun italienische Touristen in der Danakilwüste entführt worden, die äthiopische Regierung hatte ihre Freilassung erwirkt. 2007 wurden fünf Mitarbeiter der britischen Botschaft entführt und in Eritrea gegen Lösegeld freigelassen. Den Zeitungen boten sich Möglichkeiten, mit reißerisch aufgemachten Artikeln Auflagenerhöhungen anzustreben.

© OpenStreetMap contributors

Danakil-Region

Als wir unsere Tour planten, schlossen wir den Besuch einer äthiopischen Landschaft von vornherein aus: die Danakilwüste. Das ist einer der heißesten Orte der Welt. Die Temperatur steigt bis auf 63 Grad Celsius. Hier, im ostafrikanischen Grabenbruch, liegt das Land zum Teil 150 Meter unter der Meeresspiegelhöhe. Der Vulkan Erta Ale lockt mit einem See voller glühender Lava, und ausgetrocknete Salzseen als Ausgangs- und Zielpunkt von Kamelkarawanen rufen seit Jahrhunderten Händler herbei. In diese trockene Einöde sollte nur gehen, wer sich speziell darauf vorbereitet und den Strapazen körperlich gewachsen ist. Dennoch leben auch hier Menschen, das Volk der Afar. Hildemann und Fitzenreiter schreiben in ihrem ausgezeichneten Äthiopienbuch: „Die Afar durchstreifen das Gebiet und erheben Anspruch darauf (…) Die Afar betrachten die Region als ihr Land, und besuchen darf es nur, wen sie als Gast willkommen heißen. Deshalb sollten sie (…) vor Ort mit Afar-Begleitung reisen.“

Es ist bekannt, dass in dieser Gegend Milizen diesseits und jenseits der äthiopisch-eritreischen Grenze operieren. Auch Entführungen mit anschließender Lösegelderpressung sind schon vorgekommen. Äthiopien ist dreimal so groß wie Deutschland und bietet andere erstrebenswerte Ziele en masse.

Für in die Danakilregion reisende Fremde gilt ab der kleinen Ortschaft Barahale zwangsweise Begleitung durch bewaffnete Polizisten. Bei weiterer Annäherung an die eritreische Grenze gesellen sich Soldaten zu den Jeep-Konvois. Da eine ausreichende Versorgung mit Zelten, Wasser und Lebensmitteln Voraussetzung für den Aufenthalt in der heißen Wüste ist, werden die Touren fast immer von der Stadt Mekele aus gestartet, wobei mindestens drei Fahrzeuge gemeinsam losfahren.

Reisevorbereitungen

Wichtiger war, sich auf den ständigen Aufenthalt in großer Höhe vorzubereiten. Immerhin ging es in das neben Lesotho höchstgelegene Land Afrikas. Es ist ein Land, dessen Faszination jeder Reisende unterliegt. Viele Teile sind völlig unterschiedlich zu anderen. Ich bezeichnete Äthiopien als das Land Wundersam. Der Norden ist ein lebendes Geschichtsbuch, der Süden ein reich illustriertes Lehrbuch der Ethnologie. 83 ethnische Gruppen mit ihren Sprachen, Gebräuchen, Lebensweisen, Traditionen bilden ein so vielgestaltiges Bild, dass Äthiopien nicht mit einer einheitlichen Definition zu kennzeichnen ist. Man muss Äthiopien sehen, um sich das Geheimnis seines Wesens zu erschließen.

Axum

Über 1.000 Kilometer nördlich von Addis Abeba befindet sich Axum, die Wiege des äthiopischen Staates. Für die Christen des Landes hat Axum die Bedeutung wie Rom für die Europäer. 2.150 Meter hoch zu Füßen zweier Berge (Beta Giyorgis im Westen und May Qoho im Osten) zeugen weltberühmte Stelen vom Werden und Vergehen, von kulturellen Leistungen früher Völker, spinnen sich die Fäden uralter Legenden zu historischem Gewebe, beweisen uralte Ruinen die Existenz glanzvoller früherer Zeiten. Die Ursprünge Axums liegen im Dunkel der Vergangenheit, aber schon im 1. Jahrhundert n. Chr. taucht der Name der Hauptstadt in einer griechischen Quelle auf. Seinen Höhepunkt erlebte das Reich im 4. Jahrhundert, im 7. Jahrhundert begann sein allmählicher Untergang. Im 10. Jahrhundert ließ die jüdische Königin Judith die Stadt zerstören. 1535 erfolgte eine weitere Zerstörung. Es hieß, dass die Heilige Bundeslade mit den Tafeln, auf denen die christlichen Gebote standen, die Gott an Moses übergeben hatte, gerettet wurde.

Im Zentrum der Stadt Axum befinden sich die alte und die neue Kathedrale „Mariam Zion“. Zu unserem Erstaunen führte uns ein Geistlicher ein tausend Jahre altes Bilderbuch vor, dessen Farben so kräftig prangten, als seien sie gestern aufgetragen.

Zwischen den beiden Kathedralen befinden sich zwei Kapellen von besonderer Bedeutung.

Um die zweite Kapelle gibt es seit ewigen Zeiten ein internationales Rätselraten. Sie enthält das bedeutendste Kultobjekt der äthiopischen Christen: Die Heilige Bundeslade, dem Vernehmen nach eine mit Gold überzogene Truhe aus Akazienholz, mit den zwei Tafeln, auf denen die zehn Gebote stehen, die Gott Moses übergeben hatte. Sie galt als Gottes Thron und damit als heilig. Ihre Berührung befreite von Schuld. Die Kapelle ist mit einem hohen Eisengitter umgeben. Ein Mönch bewacht die Lade. Wenn er stirbt, ernennt er einen Nachfolger. So will es die Regel. So lange er lebt, übt er die Tätigkeit des Wächters aus. Niemand außer ihm darf ins Innere, selbst dem Kaiser war ein Blick auf die Bundeslade verwehrt. Der einsame, scheue Wächter kommt von Zeit zu Zeit aus dem Haus und schaut durch das schützende Zaungitter. Er möchte sich niemandem zeigen.

Ich richtete meinen Fotoapparat auf die Kapelle. Der Mönch erschien, und ich drückte aus einiger Entfernung auf den Auslöser. Der Gelbgekleidete flüchtete sofort, als er unsere Absicht erkannte. Den Oberkörper weit vorgebeugt, die Arme nach oben gerichtet, erinnerte er mit seiner Fluchthaltung mehr an die Siegsprünge des Skispringers Helmut Recknagel als an einen geistlichen Gralshüter.

Verwahrung der Bundeslade, dem bedeutendsten Heiligtum, in Axum

Dämmerung

 „Ach, in Äthiopien wart Ihr? Wie habt Ihr denn den Anblick des Elends und des Hungers im ganzen Land verkraftet? War es schlimm für Euch?“

„Ja, wir haben ganz Äthiopien bereist. Wochenlang. Elend und Hunger als Massenerscheinung sind uns nicht begegnet.“

„Nicht? Aber die Bilder im Fernsehen. Diese Elendslager mit den Flüchtlingen und den hungernden Kindern?“

„Die Flüchtlinge kommen aus Somalia. Dort herrschen chaotische politische Zustände und schlimme Folgen der Dürre.“

„Ich sage ja, diese armen Somalis. Also dort seid Ihr gewesen?“

„Wir waren in Äthiopien!“

„Eben, also in Somalia.“

„Nein, Somalia und Äthiopien sind zwei verschiedene Länder.“

„Tatsächlich? Aber im Fernsehen …“

„Die letzte große Hungersnot mit über einer Million Toten gab es 1984 in Äthiopien. Das Land hat sich seitdem gewaltig entwickelt. Heute hat die Regierung für Katastrophensituationen vorgesorgt. Man hat Staudämme errichtet, Nahrungsmittelreserven angelegt. Für Notfälle steht jedem Betroffenen ein bestimmtes Kontingent an Nahrungsmitteln zur Verfügung.“

„Es gibt also in Äthiopien keine Trockenheit?“

„Natürlich gibt es in bestimmten Regionen Trockenheit. Aber die Regierung setzte ein gigantisches Straßenbauprogramm mit Unterstützung Chinas in Gang. Zwar sind wir noch auf den alten Schotterpisten durch das Land gerumpelt. Aber die neuen Straßen existieren schon. Sie benötigen nur noch das Auftragen des Asphaltes. Alles andere ist fertig. Und in Zukunft wird es möglich sein, Lebensmitteltransporte von fruchtbaren in trockene Landesteile rasch vorzunehmen.“

„Also ist Äthiopien jetzt ein reicher Staat?“

„Wie man es nimmt. So wie in vielen Ländern Afrikas gibt es einen wirtschaftlichen und politischen Umbruch. Der Kapitalismus entwickelt sich, eine Mittelklasse entsteht als Förderer und Nutznießer der ökonomischen Entwicklung. 2010 berichtete das südafrikanische Fachblatt Africa Investor über die 100 wichtigsten Infrastrukturprojekte, die in Afrika mit ausländischen Partnern über Joint Ventures laufen. Darunter befanden sich auch die Staudämme in Äthiopien. Das in London ansässige Institut Chatham House stellte Afrikas gewaltige Potenziale fest: Etwa 40 Prozent der Rohstoffe, Agrargüter, Wasservorräte und Energiereserven befinden sich auf dem schwarzen Kontinent und warten auf ihre Verwendung. Natürlich lösen sich die umfangreichen, in der kolonialen und nachkolonialen Zeit aufgetürmten Probleme nicht sofort. Wachsender Reichtum wird nicht oder nur teilweise nach unten weitergereicht. Einzelne und kleine Gruppen profitieren mehr davon als die Masse des Volkes. Das ist auch in Äthiopien so.“ 209

„In Afrika geht es demzufolge wirtschaftlich aufwärts? Ist das mit der Entwicklung in Asien vergleichbar?“

„Ich orientiere mich da an den Fakten. Anfang 2011 sagte ein internationales Fachblatt voraus, dass Afrika beim Wirtschaftswachstum Asien in den nächsten fünf Jahren überholen werde. Überhaupt seien es afrikanische Staaten, die das stärkste Wachstum hervorbrächten. Das Blatt belegte die Behauptung mit Untersuchungen aus den letzten zehn Jahren. Danach hat Angola jährlich eine BIP-Steigerung von 11,1 Prozent vorzuweisen, und erst danach kommen mit China und Myanmar zwei asiatische Staaten, gefolgt von zwei afrikanischen: Nigeria und Äthiopien. Nach diesen gliedern sich Tschad, Mosambik und Ruanda ein. Das Magazin Economist gab eine Prognose für das Wirtschaftswachstum in den kommenden fünf Jahren ab: China jährlich 9,5 Prozent, Indien 8,2 Prozent und Äthiopien 8,1 Prozent.“

„Aber wie sieht das in Äthiopien konkret aus?“

„Das ist mit allgemeinen Zahlen nur schlecht zu beschreiben. Man muss sehen, wie die Menschen in den einzelnen Regionen leben. Unter welchen klimatischen Bedingungen. Natürlich sagen auch die Statistiken etwas aus. Die Säuglingssterblichkeit liegt jetzt bei 80 auf 1000 Geburten. Damit hat sich die Rate seit 1990 halbiert. Männer leben im Durchschnitt 42 Jahre, Frauen 43. Zwar hat sich die Ernährungssituation in den letzten Jahren wesentlich verbessert, aber mit der massenhaften Ankunft somalischer Nomaden verlor sie an Tempo. Eine große Hilfe sind die angelegten Birkuts, lebensrettende Wasserspeicher. Aber es gibt Regionen, wo traditionell wenig Regen fällt und Dürre herrscht. In Amhara zum Beispiel, oder Oromia und Tigray. Um somalischen Flüchtlingen zu helfen, hat die Regierung das Lager Dolo Ado an der Grenze zu Somalia eingerichtet. Auch in der südäthiopischen Region Somali ist die Dürre zu Hause. Die UNICEF half, in über 8000 Ernährungszentren die Not der Flüchtlinge zu lindern. Aber Äthiopien ist nicht mehr das Land, das in Dürreperioden erstarrt und auf die Hilfe von außen wartet. Neben umfangreichen Aufforstungen und Bewässerungsanlagen legt die Regierung Wert auf vielfältigen Anbau in der Landwirtschaft. Neben den traditionellen Getreidearten wie Mais und Teff, einer Zwerghirseart, widmen sich die Bauern auch der Produktion von Avocados, Papayas, Mangos und Zitrusfrüchten. Zwecks Stickstoffanreicherung im Boden auch der von Bohnen und Erbsen. Außerdem gibt es erfolgreiche Versuche, Pflanzen zu züchten, die der Dürre widerstehen, auch bei mangelnder Bodenfruchtbarkeit gute Ergebnisse bringen und Hagelniederschläge überstehen. Als Beispiel fällt mir Triticale ein, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, deren Einführung mit deutscher Unterstützung gelang.“

Vielen Menschen ist die äthiopische Hungersnot von 1984 vor allem durch die weltumspannende Aktion des Pop-Musikers Robert Frederick Zenon „Bob“ Geldof in Erinnerung. Er organisierte am 13. Juli 1985 in parallelen Veranstaltungen in London und Philadelphia das bis dahin größte Rock-Benefiz-Konzert der Welt. Bereits im November 1984 veröffentliche er den Song „Do They Know It´s Christmas?“, der mit vielen prominenten Musikern aufgenommen wurde. In dem 16-stündigen Konzert „Live Aid“ im Londoner Wembley-Stadion traten Topstars auf wie Queen, Duran Duran, U2 und Bob Dylan und fesselten Zuhörer aus der ganzen Welt. In 169 Ländern saßen über eine Milliarde Menschen vor ihren TV-Geräten und folgten den Spendenaufforderungen für Äthiopien. 150 Millionen Pfund (knapp eine halbe Milliarde D-Mark) kamen zusammen. Königin Elisabeth II. schlug 1986 Geldof zum Ritter. Ehrungen aus der ganzen Welt folgten. Noch 2011 bescherte ihm die sächsische Regierung den St. Georgs-Orden. So blieb Äthiopien im Gedächtnis der Menschen.

Informelle Mangelerscheinungen, eingefrorene Bilder aus dem vorigen Jahrhundert in Europa und ein gering ausgeprägter Tourismus in Äthiopien lassen in unseren Breiten falsche Vorstellungen über das Land, das als Dach Afrikas gilt, entstehen. Im Sommer 2011 gingen dramatische Bilder somalischer Flüchtlinge durch die Medien. Das Flüchtlingscamp Dadaab in Kenia, einst für 90.000 Flüchtlinge gebaut, musste für 400.000 Menschen erweitert werden. Dort versorgte die Hilfsorganisation Care die ankommenden Somalis mit Wasser aus 20 Bohrlöchern. Grundwasser wurde in Tankbehältern und in Wasserleitungen zu fast 500 Verteilungsstellen gebracht. 15 Liter Wasser pro Tag und Person konnten ausgegeben werden. In ihrer Heimat hatten fehlende Niederschläge zu extremem Wassermangel in den Dörfern geführt, Hungersnöte ausgelöst und die Fluchtbewegung hervorgerufen. Jeder siebente Mensch auf der Welt hat bis heute keinen Zutritt zu sauberem Trinkwasser. Hungersnöte sind die Folge.

Wieder wurde Äthiopien in den Medien Somalia gleich gesetzt.

„Mauteintreiber“ auf der Strecke von Jinka nach Turmi

Äthiopien: Dämmerung. In: Rainer Grajek: Kreuz und quer durch Afrika. Band 2. Neuentdeckung eines Kontinents. novum pro. 2014. S. 415 – 554.
ISBN 978-3-99038-433-6

Zuletzt aktualisiert am