Alle Beiträge von Rainer Grajek

Sozialpolitik in Angola

Zur Geschichte der Sozialpolitiken in Angola

Die Geschichte der Angolaner wurde über die Jahrhunderte geprägt von Unterdrückung, Abhängigkeit, Sklaverei, kolonialer Ausbeutung, Krieg und Bürgerkrieg. Dieses Martyrium endete erst im Jahre 2002.

Die Anfänge Angolas lagen im Königreich Ndongo im Gebiet der Flüsse Kwanza, Lukala, Bengo und Dande, auf der Höhe des 1575 gegründeten Luanda. Ndongo war seinem mächtigen nördlichen Nachbarn, dem Kongo-Reich, tributpflichtig. Von dort drangen die Portugiesen seit Ende des 15. Jahrhunderts auf der Suche nach Sklaven für São Tomé in das von den Bantu-Stämmen der Mbundu (Kimbundu) bewohnte Reich vor und nahmen mit dem König Ngola Kiluanje Inene (1515-1556) intensive Kontakte auf. Mit der Übernahme Brasiliens als portugiesische Kolonie (1500-1822) erhöhte sich der Bedarf an Sklaven. Eine vom Jesuiten Paulo Dias de Noveis 1560 geleitete Expedition sollte den portugiesischen Einfluss im Land und den Zugriff auf mehr Sklaven sichern. Weiterlesen

Neue Veröffentlichung: Religion in Afrika

handbuch der religionen der weltIm Verlag Traugott Bautz sind im November 2012 zwei Kapitel von mir erschienen, die ich für das „Handbuch der Religionen der Welt“ verfasst habe.

Darin geht es jeweils um die Religionsgeschichte Mosambiks und Angolas vom Beginn der Kolonisation bis zur Gegenwart dieser Länder. Herausgeber sind Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig (Universität Hualien, Taiwan) und Prof. Dr. Jürgen Bellers (Universität Siegen). Das Vorwort verfasste Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Küng (Universität Tübingen).

Hier geht es zu den beiden Kapiteln: Religion in Mosambik & Religion in Angola.

Weiterlesen

Religion in Angola

1. Religionen in Angola

Als Ereignis des Jahres wurde 2009 in Angola der Besuch des Papstes Benedikt XVI. wahrgenommen. Staatspräsident José Eduardo dos Santos, vieljährig Repräsentant einer atheistisch orientierten Partei, empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Musik und einer tiefen Verbeugung auf dem Luandaer Flughafen, und zehntausende Menschen jubelten dem Pontifex zu. Der vom 20. bis 23. März 2009 auf Luanda beschränkte Aufenthalt erlangte weltweite Aufmerksamkeit, fand er doch in einem afrikanischen Land statt, das im Zeichen starker Wandlungen stand, was sich in Begegnungen mit zahlreichen politischen Autoritäten und dem Diplomatischen Korps ebenso ausdrückte wie in der Zusammenkunft mit Bischöfen von Angola und São Tomé in der apostolischen Nuntiatur.

Weiterlesen

Religion in Mosambik

1. Religionen und deren Geschichte in Mosambik

Die umfangreiche portugiesische Kolonialexpansion war von Anfang an das gemeinsame Werk von Krone, Adel, Klerus und frühem Bürgertum. Dabei gingen die Überbringer des Christentums bei der kolonialen Landnahme genau so forsch ans Werk wie ihre weltlichen Brüder. Mondlane kritisierte, dass im 17. und 18. Jahrhundert Dominikaner-Missionare und Jesuiten als Prazeiros Besitzer weiter Ländereien wurden, die Kopfsteuer der Eingeborenen kassierten und Sklavenhandel betrieben. /1/

Weiterlesen

Abenteuer Tansania

Tansania ist fast drei Mal so groß wie Deutschland und hat 40 Millionen Einwohner. Die geringe Bevölkerungszahl ermöglichte die Anlage riesiger Nationalparks, in denen sich Elefanten, Löwen, Gnus und andere Tiere in unendlicher Vielfalt tummeln.

Der Foto-Vortrag entstand während einer 6000-Kilometer-Reise im Jahr 2009 vom Süden des Landes bis zum Kilimanjaro. Weiterlesen

Wie viele Menschen kamen beim Tod Samora Machels ums Leben?

Am 19. Oktober 1986 prallte das Flugzeug mit dem mosambikanischen Präsidenten Samora Moisés Machel, der sich auf dem Rückflug von Lusaka (Sambia) nach Maputo befand, mit einer Geschwindigkeit von 411 Stundenkilometern auf einen Hügel der Hochebene nahe des südafrikanischen Ortes Mbuzini. Das Städtchen gehörte damals zum Bantustan Kangwane, der vor allem dem in der Republik Südafrika lebenden Bantuvolk der Swasis als Lebensraum zugedacht war.

Weiterlesen

Akademischer Dialog: „Angola – Das unbekannte Land“

Folgen des Bürgerkrieges noch spürbar

(geschrieben von Steve Nebel)

Im Rahmen des Akademischen Dialogs [Hochschule Mittweida (HTWM)] hielt Rainer Grajek am 07. Oktober 2008 einen Vortrag über „Angola – das unbekannte Land“. Er arbeitete in  der Stadt Lubango, die in der Provinz Huila im Süden des Landes liegt, als Professor für Geschichte. Dabei berichtete er unter anderem über die sozialen Probleme im Land an der südwestlichen Küste Afrikas.

akademischer dialog angolaDie Hälfte der 16 Millionen Einwohner Angolas haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, obwohl Angola als Nummer eins der Ölexporteure Afrikas im Jahr über 18 Milliarden Dollar verdient. Diese Widersprüche lassen sich mit der Geschichte Angolas erklären, die Rainer Grajek gleich zu Beginn seines Vortrages vermittelte. Eine Geschichte, die von portugiesischer Kolonialherrschaft und dem Zusammenleben verschiedenster Stämme in einem Land geprägt ist.

Weiterlesen